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Reisebericht: Die Juwelen Islands

Hverarönd-Geothermalgebiet – See Mývatn – Dimmuborgir – Pseudokrater – Goðafoss

Die mondähnliche Gegend Möðrudalsöræfi

Nach dem Frühstück holten wir unsere Koffer und gingen zum Bus. Wir verließen Hallormsstaður und folgten der Ringstraße in Richtung Norden. Unterwegs hielten wir für einen Fotostopp am 139 Meter hohen Wasserfall Rjúkandafoss.

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Wasserfall Rjúkandafoss

Dann verließen wir die Ringstraße und fuhren durch die einsame, mondähnliche Gegend Möðrudalsöræfi. Auf etwa 450 Meter Höhe befand sich der kleine Hof Möðrudalur, nach dem das Gebiet benannt wurde.

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Die mondähnliche Gegend Möðrudalsöræfi

Auf dem Hof gab es ein Café – das Fjallakaffi – und eine kleine Kirche, welche ein Bauer des Hofes zum Andenken an seine Frau im Jahr 1949 eigenhändig erbaut hatte. Im Café kauften Liane, Tobi und ich uns die leckere Süßspeise „Kleina“ (ein Siedegebäck). Die Hunde des Hofes waren auch sehr an diesem Gebäck interessiert, folgten sie uns doch an der Tüte schnüffelnd.

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Das Fjallakaffi im Hof Möðrudalur

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Kleine Kirche

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Kleina

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Erika sagte uns, dass es auf dem Hof Polarfüchse gebe. Diese könnte man wohl ab und zu dabei beobachten, wie sie über die Wiesen laufen. Wir hatten jedoch kein Glück; die Polarfüchse waren nirgends zu sehen.

Hverarönd-Geothermalgebiet

Wir setzten unseren Weg fort und erreichten wieder die Ringstraße. Als nächstes besuchten wir das Hverarönd-Geothermalgebiet. Hverarönd lag unterhalb des Berges Námafjall (dt. „Bergwerksberg“) beim 410 Meter hohen Pass Námaskarð, über den die Ringstraße verlief. Hier gab es Fumarolen und Solfataren – Stellen, an denen Schwefelwasserstoff, Kohlenstoffdioxid und Wasserdampf aus der Erde austreten – sowie zahlreiche blubbernde und brodelnde Schlammtöpfe.

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Das Hverarönd-Geothermalgebiet unterhalb des Berges Námafjall

Vier verschiedene Namen für ein heißes Pflaster: Hverarönd wird teilweise auch mit dem Namen des Berges Námafjall oder mit dem des Passes Námaskarð bezeichnet. Eigentlich heißt es aber Hverarönd oder auch Hverir.

Der Bus parkte nur wenige Meter von der Ringstraße entfernt und wir machten uns auf den Weg zu einer hölzernen Plattform, von der wir das gesamte Areal überblicken konnten. Die ganze Zeit über lag Schwefelgeruch in der Luft und es stank heftig nach faulen Eiern. Das war zwar alles andere als angenehm, aber für einige Minuten durchaus ertragbar.

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Auf den markierten Wegen marschierten wir durch das Hverarönd-Geothermalgebiet. Um uns herum dampfte, brodelte und zischte es aus den bis zu 100 Grad Celsius heißen Schlammtöpfen, Fumarolen und Solfataren. Diese schimmerten in den unterschiedlichsten Farben. Besonders prägnant war das schwefelige Gelb-Orange, welches den Großteil des Bodens bedeckte. Eine faszinierende Landschaft, die man während eines Island-Urlaubes anschauen sollte!

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Im Schlammtopf blubbert blaugrauer Schlamm

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Schwefelige gelb-orange Felder

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Rund um den See Mývatn

Nachdem wir uns an der Farbenpracht sattgesehen hatten und der Schwefelgeruch langsam unangenehm wurde, gingen wir zurück zum Bus. Hier hatten sich mittlerweile eine ganze Menge kleiner Mücken angesammelt und klebten an den Scheiben. Kein Wunder, näherten wir uns schließlich der Region rund um den See Mývatn (dt. „Mückensee“).

Auf der Fahrt zum See Mývatn kamen wir noch am ältesten Kraftwerk Islands, dem Bjarnarflag-Kraftwerk, vorbei. Früher konnte man in dem türkisen Überlaufsee des Kraftwerks noch baden; heute ist das Wasser allerdings viel zu heiß dafür.

Wir erreichten schließlich den See Mývatn. Die hier umherschwirrenden Mücken waren zwar lästig, stachen aber nicht. Sie waren ferner die Nahrungsgrundlage für eine Vielzahl hier lebender Wasservögel.

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See Mývatn

In dieser vegetationsreichen Umgebung des viertgrößten Sees von Island befanden sich viele Naturwunder vulkanischen Ursprungs: Der Vulkankrater Hverfjall (oder Hverfell), die Lavagebilde Dimmuborgir und die Pseudokrater Skútustaðagígar.

Dimmuborgir

Wir besuchten zuerst die Lavagebilde Dimmuborgir (dt. „dunkle Stadt“ oder „dunkle Burgen“). Sie entstanden vor ungefähr 2.000 Jahren, als die noch flüssige Lava aus dem sich hier befindenden Lavasee abfloss und die erstarrten Teile als bizarre Formationen zurückblieben.

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Bizarre Formationen in Dimmuborgir

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Mehrere markierte Rundwege führten durch das Gebiet von Dimmuborgir. Erika führte uns auf einem einfacheren Weg ins Zentrum der bizarren Formationen. Diese erinnerten uns an Burgruinen, Türme, Mauern und sogar Gesichter, die sich je nach Blickwinkel zeigten und wieder verschwanden. Mysteriös!

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Laut der isländischen Mythologie hausen Trolle – die 13 Jólasveinar (dt. „Weihnachtsgesellen“) – in Dimmuborgir. Sie sind die Söhne des grausigen Trollweibs Grýla und kommen jedes Jahr ab dem 12. Dezember aus ihren Verstecken in Dimmuborgir, um die Menschen zu besuchen. Brave Kinder werden von den Trollen belohnt; den unartigen Kindern jedoch stecken die Trolle eine rohe Kartoffel in den Schuh.

Auf unserem Rundgang durch Dimmuborgir sahen wir leider keine Trolle.

Die Pseudokrater Skútustaðagígar

Nach unserem Besuch von Dimmuborgir ging es zu den Pseudokratern Skútustaðagígar. Diese entstanden vor über 2.500 Jahren, als die Lava des Vulkans Krafla über die Region des heutigen Mývatn floss. Es trafen also heiße Lava und feuchtes Wasser aufeinander, was wiederum zu Dampfexplosionen führte. Aus diesen Explosionen entstanden schließlich die Pseudokrater Skútustaðagígar.

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Pseudokrater Skútustaðagígar am See Mývatn

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Von einem nahegelegenen Parkplatz aus gingen wir zu den Pseudokratern und folgten einem kleinen Rundweg. Die runden Pseudokrater hatten eine Mulde in ihrer Mitte, welche mit Gras bewachsen war. Verschiedene Aussichtspunkte entlang des Weges erlaubten einen schönen Blick auf den Mývatn. Wir sahen außerdem eine Vielzahl von Wasservögeln auf dem See schwimmen.

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Bewachsene Mulde eines Pseudokraters

Nach etwa einer halben Stunde hatten wir das Gebiet durchquert und kehrten zum Bus zurück.

Goðafoss

Nachdem wir uns bei den Pseudokratern umgesehen hatten, fuhren wir weiter zum Wasserfall Goðafoss (dt. „Götterwasserfall“) im Nordosten Islands.

Ein kurzer Fußweg führte uns vom Parkplatz direkt zum Wasserfall. Zuerst kletterten wir über relativ große Steine zum Ufer, um von unten einen guten Blick auf den Goðafoss zu haben. Das Wasser des Goðafoss stürzte in einem weiten Bogen etwa zwölf Meter tief in ein großes Becken. Hier spritzte uns die Gischt des Wasserfalls entgegen und wir wurden etwas nass. Die Kamera blieb glücklicherweise von allzu vielen Wasserspritzern verschont.

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Wasserfall Goðafoss

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Danach kletterten wir die Steine wieder hoch und folgten dem Weg nach oben, um den Goðafoss auch von hier aus betrachten zu können.

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Eine alte Legende rankt sich um den Goðafoss: Nachdem das Christentum im Jahr 1.000 zur Staatsreligion Islands erklärt worden war, soll der Gode Þorgeir die letzten heidnischen Götterbilder in den Goðafoss geworfen haben. Dies erklärt den Ursprung des Namens.

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Kleiner Wasserfall Geitafoss (dt. „Ziegenwasserfall“)

Schwimmen im Hot Pot

Am frühen Abend erreichten wir unser Hotel für die nächste Nacht, das Hotel Sveinbjarnargerði, etwas östlich von der Stadt Akureyri. Um 19 Uhr aßen wir im Restaurant zu Abend. Wie schon am Vortag gab es auch in diesem Hotel ein umfangreiches und leckeres Buffet, das keine Wünsche offen ließ.

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Oben: Isländische Fleischsuppe (Kjötsúpa)

Nach diesem Gaumenschmaus kehrten Liane, Tobi und ich auf unsere Zimmer zurück und zogen uns Badesachen an. Das Hotel verfügte über zwei Hot Pots, in welchen wir entspannen wollten. Der naturbelassene und damit schönere der beiden Hot Pots war unser Ziel. Leider musste ich feststellen, dass das Wasser alles andere als heiß war – sondern einfach total kalt! Wir rannten also zügig zum anderen Hot Pot und waren erleichtert, dass dieser angenehm warm war. So verbrachten wir längere Zeit im warmen Hot Pot und schauten der Sonne beim Untergehen zu.

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Hot Pot im Hotel Sveinbjarnargerði

Reisebericht: Die Juwelen Islands
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