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Reisebericht: Zauberhaftes Japan

Kulturelles Kyoto – Kinkaku-ji – Fushimi Inari-Taisha – Gion

Ryoan-ji Tempel

Heute erwartete uns ein volles Tagesprogramm. Nach dem Frühstück führte uns unser weiterer Weg in eine der historisch und kulturell bedeutendsten Städte Japans: Kyoto in der gleichnamigen Präfektur. Von Kusatsu aus dauerte es nicht allzu lange, bis wir Kyoto erreichten.

Erster Stopp war der Ryoan-ji Tempel im Nordwesten der Stadt. Dort angekommen, spazierten wir durch eine große, gepflegte Parkanlage. Hier und da sahen wir blühende Kirsch- und Pflaumenbäume.

Das Sanmon-Tor zum Tempel

Hinter dem Hauptgebäude des Ryoan-ji Tempels, dem Kuri, bestaunten wir den wohl berühmtesten Zen-Garten Japans, den Hojo-Teien. In diesem standen fünfzehn Steine, die man von keiner Stelle aus alle gleichzeitig sehen konnte. Wir setzten uns auf die hölzerne Terrasse und bestaunten diesen schlichten und gleichzeitig eindrucksvollen Steingarten. Dies war ein perfekter Ort zum Meditieren und um Ruhe und Frieden zu finden. Daran änderten auch die Touristen nichts. Im Ryoan-ji Tempel stand außerdem ein viereckiges Wasserbecken (jap. Tsukubai), dessen Inschrift besagte: „Nur ich allein weiß, dass ich zufrieden bin“, ein wichtiges Konzept der Zen-Philosophie.

Innenraum des Kuri, dem Hauptgebäude des Ryoan-ji Tempels

Der Zen-Garten Hojo-Teien

Das Tsukubai, ein viereckiges Wasserbecken

Der Park des Tempels

Nachdem wir den Tempel verließen, zogen wir unsere Schuhe wieder an und folgten dem Rundgang durch die Parkanlage. Dieser führte uns um einen großen Teich herum, in dessen Mitte sich eine kleine Insel mit einem Schrein befand. Dieser war der Gottheit Benzaiten gewidmet. Auch kamen wir an lustigen Nadelbäumen vorbei und erblickten die ein oder andere Buddha-Statue.

Buddha-Statue in der weitläufigen Parkanlage

Großer Teich

Am Ende des Rundgangs stand ein Häuschen, in welchem Koyo-Tee verkauft wurde. Dieser enthielt getrocknete Perilla-Blätter (jap. Shiso), Pflaumen, Seegras und grünen Tee. Wir kosteten eine kleine Schüssel voll. Er schmeckte uns so gut, dass wir uns entschlossen, eine Packung Koyo-Tee mit nach Hause zu nehmen.

Hier wurde Koyo-Tee verkauft

Kinkaku-ji, der Goldene Pavillon

Zurück im Bus fuhren wir keine Viertelstunde und erreichten schon die Tempelanlage Kinkaku-ji. Bekannt war dieser Tempel für die Shariden, welche auch Kinkaku (dt. Goldener Pavillon) genannt wurde. Der Kinkaku war vollständig mit Blattgold überzogen und strahlte regelrecht im Sonnenlicht. Er spiegelte sich im Wasser des davorliegenden Kyokochi-Teiches. Es war ein wunderschöner Anblick! Die Dächer des Kinkaku waren leicht nach außen geschwungen und auf dem Dach saß ein goldener Fenghuang, ein sagenumwobener Vogel der chinesischen Mythologie.

Es gestaltete sich überaus schwierig, ein vernünftiges Foto vom Kinkaku zu machen, von einem Gruppenfoto ganz zu schweigen. Gefühlt tummelten sich tausende Menschen auf dem Platz vor dem Goldenen Pavillon. Als wir es dann schafften, uns nach vorne an den Zaun zu drängeln, konnten auch wir endlich Fotos knipsen und den Pavillon in all seiner Pracht bestaunen.

Der Goldene Pavillon (Kinkaku)

Eine Angelstelle und kleine Inseln auf der Rückseite des Kinkaku

Klassische japanische Gartenkunst

Um den Kinkaku führte ein Rundgang durch die weitläufige Gartenanlage. Diese war maßgebend für die Gartengestaltung der Muromachi-Zeit, welche als klassisches Zeitalter der japanischen Gartenkunst galt.

Wir folgten dem Rundgang und kamen dabei zuerst an den ehemaligen Wohnräumen (Hojo) des Hohepriesters vorbei. Diese waren für ihre bemalten Schiebetüren (Fusuma) bekannt. Vor dem Hojo stand eine alte Kiefer, welche in ihrer Form an ein Schiff erinnerte.

Ehemalige Wohnräume (Hojo) des Hohepriesters und die Schiff-Kiefer

Unter einem Wasserfall sahen wir als nächstes einen großen Stein, den Rigyo-seki. Dieser stellte einen stromaufwärts schwimmenden Karpfen dar, was Stärke und Durchhaltevermögen symbolisieren sollte. Ein Stückchen weiter stand ein Topf, der von einigen Statuen umgeben war. Schaffte man es, eine Münze in den Topf zu werfen, sollte einem Glück widerfahren. Tobi versuchte sich daran, verfehlte den Topf jedoch um wenige Zentimeter. Es war immerhin gar nicht so einfach in einer Menge chinesischer Touristen genügend Platz zum zielgenauen Werfen zu erhalten.

Der Karpfenstein Rigyo-seki

Münzwurf

Am Ende des Weges standen Souvenirläden und das kleine Teehäuschen Sekkatei, in welchem man Matcha-Tee und diverse Süßigkeiten probieren konnte. Hier war es leider so proppenvoll, dass wir auf eine Teezeit verzichteten. Ein Stückchen weiter folgte die Fudo-Halle. Diese beherbergte Fudo Myo-o, einen der fünf Weisheitskönige und gleichzeitig eine der wichtigsten Gottheiten des japanischen Buddhismus. Nach diesem erlebnisreichen Rundgang kehrten wir zum Bus zurück.

Die Fudo-Halle

Burg Nijo

Als nächstes hielten wir an der Burg Nijo, dem ehemaligen Sitz des Shoguns in Kyoto. Die Burganlage war bekannt für die Nachtigallenböden im Ninomaru Palast, welche bei jedem Schritt quietschten und somit als eine Art Alarmanlage fungierten.

Wassergraben um die Burg Nijo

Sobald wir durch das Karamon-Tor schritten, sahen wir den Ninomaru Palast. Im Inneren bestaunten wir zahlreiche Wandgemälde und mit Tatami-Matten ausgelegte Zimmer mit elegant dekorierten Decken und bemalten Schiebetüren.

Das Karamon-Tor

Der Ninomaru Palast

Nach einem Rundgang durch die Burg versammelten wir uns wieder im Burghof. Dort trafen wir einige Japanerinnen in traditioneller Kleidung. Eine von ihnen trug einen echten Kimono. Wie teuer dieser gewesen sein mochte, wollte ich gar nicht wissen. Danach gingen wir noch in den Ninomaru Garten und besichtigten den schönen Teich und lustig geformte Kiefern.

Junge Japanerin im Kimono

Der Ninomaru Garten

Nishiki Markt

Zurück am Bus fuhren wir weiter in das Stadtzentrum. Der Bus ließ uns an der Nishikikoji-dori Straße aussteigen von wo aus wir Richtung Nishiki Markt liefen. Hier hatten wir zwei Stunden Zeit für eigene Erkundungen. Omma, Liane, Mario, Tobi und ich gingen zum Mittag in eine Izakaya, wo wir Soba-Nudeln mit Lachs, Reis mit Currysoße und Teriyaki-Rind mit Salat und Miso-Suppe aßen.

Die Straße Nishikikoji-dori

Im Izakaya-Restaurant

Ein leckeres Mittagessen

Nach diesem stärkenden Mittag hatten wir noch genügend Zeit, den Nishiki Markt zu erkunden. Dies war eine komplett überdachte Einkaufspassage, in der allerlei kulinarische Köstlichkeiten angeboten wurden. Die Stände waren gefüllt mit hunderten Sorten Fisch, Meeresfrüchte, Obst und Gemüse. Weiterhin gab es unzählige Gewürze, Süßigkeiten und Fingerfood. Mario kaufte sich ein Mochi (japanischer Reiskuchen) gefüllt mit Erdbeercreme.

Eingang des Nishiki Marktes

Diese Fischtheke war bereits gut leergeräumt

Oben: Erdbeer-Mochi / Unten: Dorayaki (Pfannkuchen)

Fushimi Inari-Taisha

Nach ausgiebiger Erkundung des Nishiki Marktes gingen wir zurück zum Bus, der uns zu unserem letzten Programmpunkt fuhr: Dem Fushimi Inari-Taisha. Dieser war Inari, der Göttin der Fruchtbarkeit, des Reises und der Füchse, gewidmet und definitiv einer der einzigartigsten Schreine auf unserer Reise.

Reinigungsbecken

Romon, das Haupttor

Die Haupthalle (Honden)

Bereits der Eingangsbereich wirkte unglaublich majestätisch und erhaben. Die Gebäude waren in knalliger roter Farbe gestrichen und leuchteten regelrecht im Sonnenschein. Auch hier liefen eine Menge Japanerinnen und Japaner in traditioneller Kleidung herum und ließen sich gerne für das ein oder andere Foto ablichten. Die Holztafeln hatten hier die Form von Fuchsgesichtern. Viele von ihnen waren mit lustigen Gesichtern bemalt.

Traditionell gekleidete Japanerinnen

Holztafeln mit Fuchsgesicht

Der Weg durch tausende, rote Torii

Ein Stück den Berg hinauf begann der Weg durch die roten Torii. Den Eingang markierten zwei parallel verlaufende Reihen von Torii, welche Senbon Torii (dt. Tausend Tore) genannt wurden. Diese waren dicht an dicht gebaut und bildeten zwei große Tunnel. Wir entschieden uns dazu, durch den rechten Tunnel zu schreiten.

Fuchswächter stehen neben diesem Torii

Der Weg durch tausende, rote Torii

Alle Torii entlang des Weges waren Spenden von Privatpersonen und Unternehmen. Auf der Rückseite des Torii standen der Name des Spenders und das Datum der Spende. Ein kleines Torii kostete um die 400.000 Yen, ein großes belief sich bereits auf über eine Million Yen… Nichts für den kleinen Geldbeutel. 😉

Namen der Spender auf der Rückseite der Torii

Weiter oben lichteten sich die Menschenmassen

Überwältigt von diesen Eindrücken gingen wir zurück zum Bus und fuhren zu unserem zentral gelegenen Hotel, dem Karasuma Kyoto Hotel. Dort checkten wir ein und bezogen unsere Zimmer. Ich hatte leider noch immer mit Halsschmerzen zu kämpfen und so begab ich mich mit Tobi und Christine in eine nahegelegene Apotheke, wo ich mir Tabletten kaufte. Diese wirkten recht gut und ich hatte am nächsten Tag kaum noch Beschwerden. Abends wollte ich mich dennoch weiter auskurieren und blieb bei einem Becher Cup Noodles auf dem Zimmer. Die anderen vier machten sich derweil auf den Weg nach Gion, dem Geisha-Viertel.

Gion, das Stadtviertel der Geishas

Der Weg dorthin führte durch ein gut besuchtes Einkaufsviertel und anschließend über die Shijo-Brücke über den Kamo-Fluss. Die Läden hatten viele Fanartikel und Kleidung im Angebot. Auch einen Disney Store gab es hier. Dieser spielte ununterbrochen den Soundtrack des neuesten Disney-Films „Vaiana“ ab. Danach kamen die vier noch am beleuchteten Südtor des Yasaka-Schreins vorbei.

In einem Kaufhaus

Das südliche Tor zum Yasaka-Schrein

In Gion angekommen, machte zuerst ein Schild darauf aufmerksam, man solle keine Geisha/Geiko und Maiko (Schülerin einer Geisha/Geiko) anfassen oder gar mit Fotos belästigen. Verständlich, nervige Paparazzo brauchte wohl wahrlich niemand. Omma, Liane und Tobi hatten jedoch wenig Glück und bekamen keine Maiko zu Gesicht. Mario meinte aber, flüchtig eine gesehen zu haben, die in ein Taxi stieg und davonfuhr.

Hinweise, wie man sich in Gion verhalten sollte

Die traditionellen Häuser versprühten einen historischen Charme

Die traditionellen Häuser, an denen rote Lampions leuchteten, und die engen Gassen ließen erahnen, wie es früher in Japan ausgesehen hatte. Allerlei Touristenshops trübten das schöne Bild jedoch. Anschließend gingen die fünf zurück zum Hotel.

Reisebericht: Zauberhaftes Japan
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